Wallboxen

Welche Wallboxen, was kosten diese und wo liegen die Unterschiede?

Was ist eine Wallbox und wozu braucht man sie?

Wallboxen sind Wandladestationen für den privaten Gebrauch zu Hause. Im Gegensatz zu einer normalen Schuco-Steckdose ist eine Wallbox mit einer Schutzeinrichtung versehen. Die Probleme, die beim Laden mit einer normalen Steckdose auftreten können (Überhitzung & Kabelbrand), gibt es bei Wallboxen also nicht.
 
Der eigentliche Vorteil einer Wallbox ist aber die wesentlich höhere Ladeleistung. Sind bei einer Haushaltsteckdose lediglich 2,3 kW möglich, sind es bei Wallboxen oft 11 kW oder sogar 22 kW. Das Laden eines Elektroautos geht mit einer Wallbox also wesentlich schneller. Das Laden an einer Haushaltsteckdose macht nur über Nacht Sinn, mit einer Wallbox kann man auch mal z.B. 3 Stunden "zwischendurch" Laden.
 

Wer installiert mir eine Wallbox - oder kann ich das selber machen?

Die Wallbox muss an eine Starkstromleitung angeschlossen werden - also vergleichbar mit dem Anschluss eines E-Herds. Daher muss die Installation von einem Fachbetrieb vorgenommen werden, also etwa einem Elektro-Installateur. Dieser übernimmt die Haftung für den fachgerechten Einbau sowie die oft notwendige Meldung des Einbaus an den Netzbetreiber. Also: Selber Einbauen geht leider nicht.

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Wo wird die Wallbox platziert?

Das ist recht einfach beantwortet: Direkt in der Nähe den Standplatzes des Elektroautos, also z.B. im Carport oder in der Garage. Der Grund hierfür ist einfach erklärt: Das Ladekabel von der Wallbox zum E-Auto ist recht kurz, damit die Ladung möglichst effizient vorgenommen werden kann. Wohnt man in einem Mehrfamilienhaus, so sollte vorab von einem Fachmann geklärt werden, ob der Anschluss einer Wallbox möglich ist. Leider sind nicht alle Hausanschlüsse für den erhöhten Strombedarf einer Wallbox ausgelegt. Als Bewohner eines Mehrfamilienhauses sollte man unbedingt vor der Installation bei einer Eigentümerversammlung klären, ob die Mitbewohner damit einverstanden sind.
 

Welche Typen von Wallboxen gibt es?

Man unterscheidet bei Wallboxen zwischen der maximalen Ladeleistung und zwischen einphasigen Laden und dreiphasigen Laden. Bei einphasigen Wallboxen beträgt die max. Ladeleistung 4,6 kW, bei dreiphasigen Wallboxen sind es entweder 11 kW oder 22 kW Ladeleistung. Grundsäztlich gilt: Je höher die Ladeleistung, desto schneller kann das Eletroauto geladen werden. Hier eine Vergleich über die Ladedauer je nach Ladeleistung. Ladedauer bedeutet nicht Laden von 0 auf 100% (das hängt wesentlich von der Akkukapazität des zu ladenden E-Autos ab). Es geht also um den prozentualen Vergleich der Ladedauer.

 Art 

 Steckertyp

 Anschluss

 Lade-Leistung 

 Lade-Dauer 

 Haushaltssteckdose 

 Schuko

 230 Volt, 10A

 2,3 kW 

 ca. 17 Std.

 Wallbox

 Typ 2

 230 Volt, 16A

 3,7 kW

 ca. 11 Std. 

 Wallbox

 Typ 2

 230 Volt, 20A

 4,6 kW

 ca. 9 Std.

 Wallbox

 Typ 2

 400 Volt, 3x16A 

 11 kW

 ca. 3,5 Std.

 Wallbox

 Typ 2

 400 Volt, 3x32A 

 22 kW

 ca. 2 Std.

 
Natürlich gibt es auch Unterschiede in der Bedienung und den Funktionen der Wallboxen. Einige Wallboxen besitzen eine Nutzungssicherung via Schlüssel oder RFID-Kartenleser. Damit soll sichergestellt werden, dass nur autorisierte Personen die Wallbox nutzen können. Ein weiterer Unterschied besteht beim Ladestecker. Die meisten Wallboxen nutzen fest verbundene Ladestecker, die man nur noch in den Ladeanschluss des E-Autos stecken muss. Der sogenannte "Typ-2" Stecker ist mittlerweile Standard, für ältere E-Autos mit Typ-1 Anschluss gibt es entsprechende Adapter.
 

Muss ich bei der Auswahl der Wallbox das zu ladende Elektroauto berücksichtigen?

Leider ist das nicht egal, E-Auto und Wallbox müssen aufeinander abgestimmt sein. Auch hier kommt wieder die Ladeleistung ins Spiel. Es macht z.B. wenig Sinn, eine Wallbox mit einer Leistung von 11 kW zu installieren, wenn das E-Auto mit 22 kW geladen werden kann. Wichtig ist auch das vorhandene Bordladegerät im E-Auto. Dieses Ladegerät kann entweder einphasig oder dreiphasig, in seltenen Fällen auch zweiphasig geladen werden. 
 
Darüber hinaus unterscheidet man zwischen intelligenten und ungesteuerten Wallboxen. Intelligente (smarte) Wallboxen besitzen einen erweiterten Funktionsumfang. Beispielsweise kann der Ladevorgang über eine Smartphone-App gestartet oder beendet werden oder die Ladeleistung eingestellt werden. 
 

Was kostet eine Wallbox?

Wallboxen kosten etwa zwischen 500 und 2.000 Euro. Die Installation durch den Fachmann kostet zusätzlich je nach Baubegebenheiten zwischen 750 und 1.500 Euro. Viele Elektro-Installateure bieten mittlerweile Pakete an, die Installation und Wallbox umfassen. Diese Fachleute können Sie auch bei der Auswahl einer Wallbox beraten und klären, welche Wallbox zu ihrem E-Auto passt. Sie sollten bei der Auswahl allerdings bedenken, dass sie vermutlich in ein paar Jahren ein moderneres E-Auto fahren. Die Wallbox sollte mindestens 11 kW Ladeleistung bieten, auch wenn ihr jetziges Eletroauto diese Leistung noch nicht komplett ausnutzen kann.
 
Bei der Förderung von Wallboxen ändert sich die Situation ständig. Bis Ende 2021 wurden privat installierte Wallboxen mit bis zu 900 Euro gefördert. Derzeit (Stand: April 2022) können für Wallboxen für Privatpersonen leider keine Förderungen mehr beantragt werden. Sofern sich das wieder ändern sollte, wird die KFW darüber auf dieser Seite informieren. Das Suchstichwort hierzu lautet: "KfW 440". Anders sieht es für Unternehmen aus, die für ihre Beschäftigten Ladestationen anbieten: Hierzu gibt es von der KfW eine "KfW 441" genannte Förderung.